Das Fest

Die Stadt in der ich wohne, Paola, hat jedes Jahr ein Fest. Alle maltesischen Ortschaften feiern ihr Fest, so geht das den ganzen Sommer.

Ein Fest dauert eine Woche. Im Grunde ist es ein Pfarrfest, im Mittelpunkt steht die Kirche und die jeweiligen Heiligen. Im Fall Paola ist es Christ König.

Es ist alles super bunt und super laut. Ständig Feuerwerk und Musik. Es helfen viele Leute zusammen, die Straßen werden dekoriert und jeden Tag ist Festprogramm. Zuerst Kirche, natürlich.

Hab einen schönen Blick von meinem Dach auf die prächtigen Feuerwerke.

Auf dem Dach

Ein der schönsten Features von meinem Haus ist die Dachterrasse.

Linker Hand mit Blick auf Kirche, die größte in Malta.

Kann Richtung Westen sehen, zum Sonnenuntergang.

Und Richtung Osten in den Innenhof. Das heißt, in die Innenhöfe. Die Häuser und Straßen sind nach dem Schachbrett System angeordnet, und es gibt je Block einen Innenhof. Die Gärten sind allerdings abgeschlossen je Haus.

Sitze hier gerne Abends, schaue und lese. Ist ein schöner Ort zum Meditieren. Mit Meditation halte ich es allerdings sehr locker. 10 Minuten, mit meinem eigenen Programm. Nicht mal täglich. Wirkt trotzdem. Natürlich.

Mittlerweile

Nun, das Haus ist für mich jetzt soweit bewohnbar.

In Malta mietet man nahezu immer möbliert. Hat Vor- und Nachteile. Ich habe hier wirklich merkwürdige Möbel vorgefunden.

Es machte trotzdem wirklich Spaß, das Haus bewohnbar zu machen. Mit so wenig Ausgaben wie möglich, so wenig Mitteln wie möglich. Das wichtigste und kostspieligste waren neue Matratzen.

Ansonsten habe ich mit den vorhandenen Möbeln, meiner Postkartensammlung, den Büchern und meinen Lieblingssachen alles irgendwie für mich schön gemacht.

Kürzlich machte ich Videos vom Stand der Dinge für meine Hausbesitzerin und Vermieterin – besser das schöne englische Wort: “Landlady” – sie war so begeistert, dass sie mir Blumen geschickt hat!

 

Am Anfang

Am Anfang war nicht das Wort sondern Leere. Die Leere, die ich vorfand hatte allerdings Vorbesitzer.

Das Haus, dass ich gemietet habe, ist eine echte Sensation. Dazu kann ich nur sagen: “Things fall into place”. Das Haus ist natürlich alles andere als perfekt, aber will ich das? Nichts schöneres als seltsame, halb fertige oder – noch besser – niemals fertig zu stellende Spielplätze.

Meine Kolleginnen vollbrachten das Wunder, ein altes maltesisches Townhouse für mich zu Miete zu finden. Miete günstig, Standort an einem Hub, also mit Busverbindungen in alle Richtungen. Was mir wieder beweißt, nicht so viel konkret rumwünschen, einfach werden lassen.

Das Haus verlangte mir einiges an Arbeit ab. Hatte den Plan aber so gelegt, dass ich am 15.5. ankam und noch Urlaub bis zum 31.5. hatte. Also genug Zeit um mich einzurichten.

Meine Habseligkeiten hatte ich schon vorausgeschickt. Irgendwie ein Zehntel von meinem Besitz in München. Unglaublich, wie viel in so eine 60 qm Wohnung passt. Habe viel verschenkt, verkauft und weggeschmissen. Einiges bei meinem Sohn im Keller gelagert. Bücher vor allem.

Also – da bin ich nun mit meinen Kartons in meinem neuen Haus in meinem neuen Land… aber erst mal eine Schale frische Erdbeeren genießen…

 

 

Angekommen

15.5.2018 – das ist ein historisches Datum in meinem Leben. Heute bin ich in Malta angekommen. Wie es dazu kam? Warum ich hier bin? Wie lange ich bleibe?

Wie es dazu kam: Es fühlt sich an, wie einem roten Faden zu folgen. Es ist einfach richtig, hierher zu kommen. Rational habe ich ein paar Erklärungsversuche, die spätestens dann versagen, wenn mich jemand fragt, wie oft ich denn schon auf der Insel war. Äh, ja. Zweimal. Vor zehn Jahren mal 5 Tage auf Urlaub, vor 3 Jahren 4 Tage auf Geschäftsreise.

Warum ich hier bin: Der rote Faden ist einerseits die Einfachheit und Folgerichtigkeit – es war “einfach” hierher zu kommen. Folgerichtig beruflich, die Aufgaben der Abteilung in der ich arbeitete, wurden ins Büro nach Malta transferiert. So konnte ich die Geschäftsleitung überzeugen, auch mich nach Malta zu versetzen.  Folgerichtig spirituell und energetisch – Malta hat die größte Anzahl und Dichte prähistorischer Tempel weltweit. Das macht Malta zu einem ausgesprochenen interessant schwingendem Ort. Über Art, Gründe, Herkunft, Sinn, Zweck gibt es wissenschaftlich wenig konkretes, in “spirituellen” Kreisen einiges an Theorien und Vermutungen. Also ein Spielplatz zum Hineinspüren und Herausfinden. Absolut ideal für mich!

Wie lange ich bleibe: Geplant bis zum Erreichen des Rentenalters, vorerst. Also 10 Jahre, bis ich 65 werde. Da Malta sehr klein ist und ich mich üblicherweise schnell langweile, weiß ich nicht, was ich nach den 10 Jahren mache. Energetisch ist Malta allerdings wie eine Zwiebel, was die geringe Oberfläche vervielfacht. Also weiß ich nicht, ob der Punkt der Langeweile in meiner üblichen Zeitspanne von 8-9 Jahren erreicht wird.