Buchtipp – Soloalbum

Der Autor des Buches “Soloalbum”,  Benjamin von Stuckrad-Barre ist der Thomas Mann des Trashes. Er schreibt einzigartig virtuos über wirklich dämliche Themen wie Lieblingsplatten, RTL II oder das Unvermögen die eigene Wohnung in Ordnung zu halten.

Das Lesen ist ein wahrer Genuss, wenn er meinen Post lesen würde, bekäme er sicherlich Krämpfe. Der Unterschied von meiner Schreibe zu seiner ist wie der Unterschied von Wein im Tetrapak zu echt schottischem Single Malt. 15 Jahre gereiftem Single Malt. Wenn ich mich überhaupt vergleichen kann.

Die Geschichte, erschienen 1998, ist dank des technischen Fortschritts der letzten 18 Jahre hübsch nostalgisch oder – je nach Jahrgang der Leser_in – retro, es geht beispielsweise um das Sammeln von CDs, oder um niveaulose, populäre Fernsehformate. Aber ok, Fernsehen soll es ja heute noch geben.

“Soloalbum”, weil ihn gerade seine Freundin verlassen hat, und er sein Leben nicht mehr auf die Reihe bekommt. Für Liebhaber_innen totaler Überheblichkeit eines wahren Genies genau die richtige Lektüre. Sie trieft von Spott und äußerst plastischen Beschreibungen verschiedenster Personen seines Freundes- und Feindeskreises. Wobei er einen “Freundeskreis” zu haben entschieden ablehnt, weil … ja, lest selbst.

One Reply to “Buchtipp – Soloalbum”

  1. Brauchst gar nicht so bescheiden sein, deine Rezension ist Klasse. Ich finde den arroganten Pimpf auch sehr amüsant.

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